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Pro „Shark City“

http://shark-city.de


Die Wahrheit über das Ozenarium SHARK CITY
 
Es sind leider derzeit einige alternative Fakten, ungeprüfte Verdächtigungen und populistische Behauptungen im Umlauf, die wir gerne richtigstellen möchten. Wir bitten daher darum, im Sinne der Haie und Meerestiere besser zu differenzieren – auch wenn so manche griffige Behauptung der Kritiker dadurch an Wirkung verliert. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, so sachlich wie möglich zu kommunizieren.
Was ist richtig und was ist falsch an den aktuellen Vorwürfen einiger Organisationen und Kritiker?
 
Vorwurf: Egal wie groß die Aquarienbecken auch sein mögen, sie können den Haien ihren natürlichen Lebensraum nicht ersetzen und werden ihren Bedürfnissen nicht gerecht.
Unsere Antwort:
Richtig, die Natur ist nie zu ersetzen. Diese Aussage rechtfertigt jedoch nicht, die richtigen und wichtigen Schritte von SHARK CITY zu verhindern und lieber so weiter zu machen wie bisher. Noch gibt es die Möglichkeit, etwas zu bewegen. Jeder mit seinem Konzept, idealerweise alle zusammen.
Falsch, es werden die nach neuester Technik bestmöglichen Bedingungen geschaffen, die Haie und Meerestiere adäquat unterzubringen. Es wird der Eindruck vermittelt, die Tiere im Ozenarium seien zu einem schleichenden Tod verurteilt. Dies ist definitiv falsch. Keine der Haie, die in SHARK CITY zu sehen sein werden, sind aktive Hochseehaie. Die geplanten Haiarten bewegen sich auch in der Natur in einem überschaubaren Areal. Die vorgesehenen Haiarten wurden im Rahmen einer öffentlichen Diskussion den Organisationen präsentiert. Dies ist also längst bekannt.
Es stellt sich zudem immer die Frage, welche Ziele angepeilt werden. Hier stehen die aufwendig gepflegten Tiere, die nicht in der Natur schwimmen, als Botschafter für das Schicksal von Millionen getöteter Haie – 190 in der Minute. Dieser Kompromiss ist aus unserer Sicht tragbar, zumal die überwiegende Mehrheit der Tiere in SHARK CITY der Natur durch Nachzucht und Übernahmen aus anderen Aquarien nicht entnommen werden. Wir vermissen an dieser Stelle die (wirkungsvollen) Aktivitäten vieler Kritiker für das Thema Hai – und nicht gegen SHARK CITY.
Vorwurf: Die Tiere können sich ihre Mitbewohner nicht aussuchen und sich nicht zurückziehen.
Viele Haie werden in Gefangenschaft krank oder verhaltensgestört, oft sinkt die Lebenserwartung. Unsere Antwort:
Falsch, es gibt keine Belege dafür, dass Haie in Großaquarien Verhaltensstörungen zeigen. Krankheitsfälle sind äußerst selten. Wir sagen es wirklich ungern: Auch dieser Vorwurf verstärkt leider den Verdacht auf fehlende Fachkenntnis.
Auch an dieser Stelle möchten wir noch einmal betonen: Es macht – unabhängig von der Tierliebe, die uns alle verbindet – überhaupt keinen Sinn, kranke Tiere vorzustellen und eine kurze Lebenserwartung einzukalkulieren. Die Basis des Erfolgs für die Botschaft, die verbreitet werden soll, aber auch die Unternehmen der The Seven Seas Aquarium Gruppe sind Meerestiere, die bestens gepflegt eine Faszination ausstrahlen, um positive Emotionen zu wecken.
 
Vorwurf: Der Fang aus dem Meer oder der Transport der Tiere aus anderen Aquarien sind immer mit Stress für die Fische verbunden und das mit teils tödlichen Folgen.
Unsere Antwort:
Richtig und falsch, ein Transport erzeugt Stress, dieser ist aber unter professionellen Bedingungen gering, kontrollierbar und sicher nicht mit großer Wahrscheinlichkeit tödlich. Jedes Lebewesen hat bestimmte Schutzfunktionen, um kurzzeitig mit Stress umzugehen. Selbst in der Natur gibt es täglich Stresssituationen. Dennoch gilt es selbstverständlich, das Stresslevel durch professionelle Bedingungen und Prüfung der Transportfähigkeit so gering wie möglich zu halten.
 
Vorwurf: Meerestiere sind den Besuchern schutzlos ausgeliefert, die gegen die Scheiben klopfen und Blitzlichtfotos machen.
Unser Antwort:
Falsch, die permanent anwesenden Betreuer und bauliche Vorkehrungen wissen dies zu verhindern. SHARK CITY ist kein Laufsteg für Meerestiere und wird es auch nicht werden.
 
Vorwurf: Besuchern, vor allem Kindern, würde mit dieser Einrichtung vermittelt, dass es in Ordnung ist, wildlebende Tiere einzufangen und lebenslang zur Unterhaltung des Menschen einzusperren. Eine solche Botschaft ist falsch und heute nicht mehr gesellschaftsfähig.
Unsere Antwort:
Falsch, dann würde dies beispielsweise ja auch für so manches Haustier gelten. Zudem ist ein Kontakt mit den Tieren ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt und emotional die Grundlage schafft, sich für weiteres Wissen zu öffnen. Der direkte Kontakt zu einem Tier ist und bleibt nicht zu ersetzen.
Was den immer wieder währenden Vorwurf der Unterhaltung angeht: Wenn man eine breite Zielgruppe ansprechen will, muss es einen Unterhaltungsfaktor geben. Ein Frontalunterricht vermittelt Inhalte meist nicht optimal – vor allem, wenn es um junge Menschen geht. Dennoch soll und wird in SHARK CITY gelernt, erlebt und geschützt.
 
Vorwurf: Artenschutz und 15 % Wildfang, das passt nicht zusammen! Die internationale Aquarienindustrie boomt und trägt so auch ihren Teil zum Tod vieler Haie bei, die dringend zum Erhalt des Ökosystems im Meer benötigt werden.
Unsere Antwort:
Falsch, ohne Wissensvermittlung kein Artenschutz. Allein zwischen 2014 und 2016 wurden durch EAZA-Einrichtungen 25.000.000 Euro in den Artenschutz investiert. Keine Tierschutzorganisation erwirtschaftet und investiert diese Summen. Wildfang ist dann vertretbar, wenn es sich um einzelne Tiere handelt, die als Botschafter ihrer Art zum Schutz der gesamten Population beitragen. Dies ist angesichts von 100.000.000 getöteter Haien im Jahr und der zu erwartenden Aufmerksamkeit durch SHARK CITY aus unserer Sicht noch zu rechtfertigen. Es sterben durchschnittlich 190 Haie – pro Minute.
Beim aktuell geplanten Wildfang geht es derzeit um maximal 23 Haie, die bestens gepflegt werden und deren Zahl möglichst weiter zu reduzieren ist. 190 tote Haie alle 60 Sekunden – das ist die bittere Wahrheit. Ein „Boom der Aquarienindustrie“ ist eine interessante, leider wie so oft undefinierte Realität seitens der Kritiker, wenn es gerade in die Liste der Behauptungen passt. Denn sonst wird gerne behauptet, Aquarien seien nicht zeitgemäß, nicht mehr erfolgreich, SHARK CITY bald eine Bauruine, mit der sich aber Geldhaie die Taschen füllen. Das nachzuvollziehen, ist nicht immer ganz leicht …
 
Vorwurf: 99% aller Salzwasseraquarienfische sind Wildfänge, da sie nicht gezüchtet werden können. Der Lebenszyklus ist zu komplex, um in Gefangenschaft nachempfunden zu werden. Nachzuchten aus Gefangenschaft können aus seuchentechnischer Sicht nicht ausgewildert werden.
Unsere Antwort:
Falsch, siehe die Zahlen der EAZA/WAZA. Es werden mittlerweile viele Knorpelfische und Knochenfische gezüchtet. Gerade durch erfolgreiche Nachzuchten in den professionell betriebenen Großaquarien, werden viele Fische nicht mehr der Natur entnommen. Der enorme Anstieg der Nachkommen, zeigt die gute und professionelle Arbeit der Aquarien.
Kleines Detail: Haie sind keine Salzwasseraquarienfische. Hier werden zwei Tierklassen miteinander verwechselt.
 
Vorwurf: Verschleierung der Herkunft der Tiere: „Zuchtprogramme“ und „Auffangstationen“.
Es gibt weltweit keine Zuchtprogramme für lebendgebärende Haie, da sie sich in Gefangenschaft (bis auf ganz wenige Ausnahmen) nicht vermehren. Angebliche „Zuchterfolge“ resultieren meist aus wild gefangenen Weibchen, die bereits schwanger ins Aquarium gelangen und dort gebären.
Unsere Antwort:
Falsch; es gibt keine Verschleierung und es gibt nachweislich erfolgreiche Nachzuchten und Zuchtprogramme – das wissen auch die Tierschutzorganisationen, daher wundern wir uns sehr über diese Aussagen. Wenn man bedenkt, dass es nur wenige lebendgebärende Haie in Aquarien gibt, sind auch schon wenige Fälle schon eine Menge. Da viele Haie in Aquarien erst jetzt geschlechtsreif sind, können auch jetzt erst Erfahrungen gesammelt werden. Diese zeigen, dass die Züchtung sehr wohl möglich ist.
 
Vorwurf: Selbst wenn Haie aus zu kleinen Becken von anderen Zoos oder aus sogenannten „Auffangstationen“ übernommen werden, so stammen diese Haie wiederum aus dem offenen Meer. In die nun leeren Aquarien werden im Normalfall kleinere Wildfänge nachbesetzt, bis auch diese wieder zu groß für die Becken sind.
Unsere Antwort: Wir kennen solche Auffangstationen nicht und uns ist dieser Vorgang nicht bekannt. Wenn Tiere aus einem zu kleinen Becken genommen werden, dann wird dort dafür gesorgt, dass diese Art nicht mehr dort schwimmen sollte. In dem Vorwurf geht es wahrscheinlich auch mehr um Vergnügungsparks und Privataquarien und nicht um zoologische Einrichtungen.
 
Vorwurf: Thema Artgerechte Haltung in Aquarien. Wir wissen sehr viel über das Verhalten von Delfinen, Gorillas oder Elefanten, aber wir wissen so gut wie nichts über das soziale Verhalten von Haien. Neuere Forschungen zeigen, dass Haie kognitiv denken können und höchst soziale Tiere mit vielen Freunden und Bekannten sind. Sandtigerhaie haben beispielsweise über ein Dutzend „Freunde“ und etwa 200 „Bekannte“, mit denen sie sich immer wieder treffen.
Wissenschaftler vergleichen ihr Sozialleben mit dem der Delfine.
Unsere Antwort:
Falsch, Dr. Erich Ritter, Schirmherr von SHARK CITY, hat die wohl umfassendste Erfahrung als Haiverhaltensforscher. Die Haie passen sich wie viele Tiere ihrer Umgebung an, das ist in der Natur auch so. Welcher Wissenschaftler setzt das Sozialverhalten von Delfinen mit dem von Haien gleich? Zudem ist ein Vergleich von Delphinarien und Hai-Aquarien ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen.
 
Vorwurf: In SHARK CITY sollen pro Art höchstens zwei oder drei Tiere in ein Becken gesetzt werden, eine viel zu kleine soziale Gruppe.
Unsere Antwort:
Falsch, es gibt keinen Anlass, eine größere Gruppe zu zeigen, zudem fehlen zu der Behauptung jegliche Belege.
Vorwurf: Haie haben mindestens 7 Sinnesorgane, die sie regelmäßig einsetzen. Diese Organe sind speziell auf das Leben im Meer angepasst und hochsensibel; sie können sich z. B. am Magnetfeld der Erde orientieren. Viele große Haiarten, die auch für Pfungstadt vorgesehen sind, haben keine aktive Atmung: Sie müssen immer schwimmen, um genügend sauerstoffreiches Wasser durch ihre Kiemen strömen zu lassen. Dieses ununterbrochene Schwimmen im Kreis kann zu Deformierungen der Körper führen. Haie haben in Gefangenschaft oft Krankheiten, die nur mit Medikamentengabe bekämpft werden können. Unsere Antwort: Falsch, den Tieren wird genug Raum geboten, um sich zu bewegen. Durch die Gestaltung der Becken ist ein Schwimmen im Kreis gar nicht möglich. Deformierungen gehören ins Reich der Fabeln. Krankheiten sind bei Haien äußerst selten und können mit Hilfe von medizinischem Fachpersonal betreut werden.
 
Vorwurf: Viele Haiarten schwimmen in Freiheit einige hundert Kilometer am Tag.
Wie soll das in einem engen Aquarium möglich sein?
Unsere Antwort: Falsch, geht man von der zurückgelegten Strecke pro Tag aus, ist diese zumindest in einem Aquarium in der Größe eines Ozenariums wie SHARK CITY dieselbe. Die Tiere schwimmen, um atmen zu können – nicht aus Freude. Und wir betonen es auch gerne immer wieder: Hochaktive Haiarten wird es in SHARK CITY nicht geben. Es geht nicht um Sensation, sondern um Aufklärung. Dazu braucht es keine Weißen Haie etc. in SHARK CITY.
 
Vorwurf:Man kann Haie nicht artgerecht in Gefangenschaft halten. Artgerecht ist nur der Ozean.
Unsere Antwort: Richtig, die Natur ist nicht zu ersetzen. Genau darum geht es bei SHARK CITY. Wir haben das große Ziel, die Massentötungen für Fischsuppen sukzessive durch Aufklärung und eine Lobby zu stoppen, bevor es zu spät ist. Wir können und werden dafür sorgen, dass die Haie, die als Botschafter für Millionen sicher einen Kompromiss eingehen, bestmöglich mit der neuesten Technik und viel Pflege betreut werden.
Und statt mit SHARK CITY einen weiteren reichweitenstarken Baustein im Haischutz zu unterstützen, machen viele Kritiker offensichtlich lieber weiter wie bisher – und schauen zu, wie die Haie abgeschlachtet werden. Liebe Tierschützer, jede Minute, die im „Kampf“ gegen SHARK CITY ungenutzt verstreicht, bewirkt das Gegenteil von Tierschutz. Gerne lassen wir uns auch von einem nationalen, europaweiten und internationalen virtuellen Konzept überraschen und bieten jederzeit unsere Kooperation an. Gemeinsam bewegen wir viel mehr.
 
Vorwurf: Kinder denken anders. Aquarien werben damit, dass Kinder etwas über das Verhalten und das
Leben der Haie lernen können. Die Tiere verhalten sich jedoch in Gefangenschaft eher lethargisch und sind nur ein Schatten ihrer selbst.
Unsere Antwort: Falsch, sicher gibt es bewegungsarme Tiere, in SHARK CITY jedoch genug Möglichkeiten, die Besucher auch für deren Charakter zu begeistern. Es ist ja vor allem wichtig zu zeigen, dass Haie keine Monster sind. Die optimale Zusammensetzung von Wasser und Umfeldbedingungen schaffen sehr gute Voraussetzungen für eine gesunde Lebensbasis. Es gibt wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass ein Schauaquarium einen positiven Effekt auf den Besucher hat: www.researchgate.net/publication/227512375
www.researchgate.net/publication/253004933
 
Vorwurf: Tauchen mit Haien im Aquarium Dieses „Freizeitangebot“ ist mit großer Gefährdung für Mensch wie für Tier verbunden. Haie verhalten sich im Aquarium völlig anders als in freier Natur. Sie können dem Menschen, egal wie erfahren ein Taucher ist, im Aquarium nicht ausweichen, und reagieren unerwartet ängstlich und gestresst. Weltweit gibt es immer wieder schwere Unfälle mit den Tieren in Gefangenschaft. Kaum auszudenken, welches Presseecho es gibt, wenn ein Mensch in Pfungstadt wider Erwarten von einem Hai gebissen wird!
Unabhängig von der Gefahr für den Menschen können durch Tauchgänge und Inter-aktionen mit Menschen Keime in die Becken eingebracht werden. Ein geschlossenes Kreislaufsystem-Aquarium ist ein empfindliches Ökosystem – jede Störung von außen stellt eine Gefahr da.
Unsere Antwort:
Falsch, das Verhalten der Tiere ist bekannt und daher weiß man auch genau, wie man mit diesen umzugehen hat. Es gibt weltweit zwei Fälle, bei denen ein Taucher von einem Hai verletzt wurde. Einem wurde beim Füttern in die Hand gebissen, dem anderen beim Fang eines Tieres. In beiden Fällen wurden klare Richtlinien missachtet. Dass gerade Tierschutzorganisationen versuchen, den Hai als blutrünstigen Räuber zu beschreiben, ist bemerkenswert. Darüber hinaus: Keime können und werden in das Becken eingebracht. Das kann durch Taucher, Futter und die Tiere selbst passieren. Menschliche Keime sind vor allem für Haie gefährlich, die noch keinen Kontakt mit diesen Keimen hatten, sprich Hochseehaie. Da der Besatz hauptsächlich aus Tieren besteht, die von Anfang an mit Menschen aufgewachsen sind, sind die Tiere (und die Taucher) keiner Gefahr ausgesetzt, wenn sie sich an die Regeln halten. Es gibt keinen Fall, bei dem Haie durch menschliche Keime getötet wurden. Zusätzlich wird das Wasser mit UV-Anlagen und Ozon entkeimt. Das verwendete Tauchmaterial bleibt im Hause und wird desinfiziert. Regelmäßige Beprobungen sichern zudem die Qualität der Aquarien.


Quelle: http://shark-city.de/unsere-antworten-auf-vorwuerfe-einiger-kritiker/
19.Juli.2017
Uhrzeit: 01:14 Uhr

Contra „Shark City“

https://www.sharkproject.org/shark-city-pfungstadt/

10 gute Gründe, warum Haie nicht nach Pfungstadt gehören...
1. Artenschutz und 15 % Wildfang, das passt nicht zusammen! Weltweit werden jedes Jahr 100 -150 Millionen Haie getötet, hauptsächlich für die Hai ossenindustrie. Die weltweite Haipopulation wurde im Laufe der vergangenen 40 Jahre um 90 % reduziert. Gut 100 der etwa 500 Haiarten sind laut der Roten Liste der IUCN vom Aussterben bedroht. Die Betreiber von Shark City wollen 15 % der Haie in ihren Becken aus Wildfängen beziehen.
Was bedeutet „Wildfang“? Haie werden weltweit für die Aquarienindustrie gefangen. Sie werden mit Flugzeugen u.a. nach Portugal, Deutschland und Holland gebracht. Auch wenn die Aquarienbranche immer wieder Gegenteiliges behauptet: Es sterben bei diesen Transporten Tiere. Die internationale Aquarienindustrie boomt und trägt so auch ihren Teil zum Tod vieler Haie bei, die dringend zum Erhalt des Ökosystems im Meer benötigt werden.
Übrigens: 99% aller Salzwasseraquarien sche sind Wildfänge, da sie nicht gezüchtet werden können. Der Lebenszyklus ist zu komplex, um in Gefangenschaft nachempfunden zu werden.
Artenschutz = Erhaltung der Art. Ein Aquarium kann keinen aktiven Bei- trag zum Arterhalt leisten. Nachzuchten aus Gefangenschaft können aus seuchentechnischer Sicht nicht ausgewildert werden.
2. Verschleierung der Herkunft der Tiere: „Zuchtprogramme“ und „Auffangstationen“
Die restlichen 85% des Haibesatzes sollen aus sogenannten „Zucht- programmen“ oder aus anderen Aquarien stammen.
Doch wo kommen diese Haie wirklich her?
Es gibt weltweit keine Zuchtprogramme für lebend gebärende Haie, da sie sich in Gefangenschaft (bis auf ganz wenige Ausnahmen) nicht vermehren. Angebliche „Zuchterfolge“ resultieren meist aus wild gefangenen Weibchen, die bereits schwanger ins Aquarium gelangen und dort gebären.
Selbst wenn Haie aus zu kleinen Becken von anderen Zoos oder aus sogenannten „Auffangstationen“ übernommen werden, so stammen diese Haie wiederum aus dem offenen Meer. In die nun leeren Aquarien werden im Normalfall kleinere Wildfänge nachbesetzt, bis auch diese wieder zu groß für die Becken sind.
3. Artgerechte Haltung in Aquarien Wir wissen sehr viel über das Verhalten von Del nen, Gorillas oder
Elefanten, aber wir wissen so gut wie nichts über das soziale Verhalten von Haien. Neuere Forschungen zeigen, dass Haie kognitiv denken können und höchst soziale Tiere mit vielen Freunden und Bekannten sind. Sandtigerhaie haben beispielsweise über ein Dutzend „Freunde“ und etwa 200 „Bekannte“, mit denen sie sich immer wieder treffen.
Wissenschaftler vergleichen ihr Sozialleben mit dem der Del ne.
In SHARK CITY sollen pro Art höchstens zwei oder drei Tiere in ein Becken gesetzt werden, eine viel zu kleine soziale Gruppe.
Haie haben mindestens 7 Sinnesorgane, die sie regelmäßig einsetzen. Diese Organe sind speziell auf das Leben im Meer angepasst und hochsensibel; sie können sich z. B. am Magnetfeld der Erde orientieren. Viele große Haiarten, die auch für Pfungstadt vorgesehen sind, haben keine aktive Atmung: Sie müssen immer schwimmen, um genügend sauerstoff- reiches Wasser durch ihre Kiemen strömen zu lassen. Dieses ununter- brochene Schwimmen im Kreis kann zu Deformierungen der Körper führen. Haie haben in Gefangenschaft oft Krankheiten, die nur mit Medikamentengabe bekämpft werden können.
Viele Haiarten schwimmen in Freiheit einige hundert Kilometer am Tag.
Wie soll das in einem engen Aquarium möglich sein?
Man kann Haie nicht artgerecht in Gefangenschaft halten. Artgerecht ist nur der Ozean.
4. Del narien und Haiaquarien: Das Konzept ist überaltert Es existieren nur noch zwei Del narien in Deutschland, alle anderen (vormals 12) wurden im Laufe der Jahre auf Grund öffentlicher Kritik und wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen. Auch die beiden letzten Del narien, in Nürnberg und Duisburg, stehen permanent in der Kritik. Wir groß wäre der
Aufschrei, wenn in Pfungstadt ein Del narium geplant würde!
Bundesweit sind die Besucherzahlen in allen Aquarien eher rückläu g, und nun möchte man mit einem völlig überholten Konzept das „Größte Haiaquarium Europas“ errichten?
Vielleicht blicken wir in 40 Jahren zurück und sagen: Wie konnten wir nur so vermessen sein und diese Tiere im Aquarium einsperren? Es sind eben nicht „nur“ Fische...“ Robert Marc Lehmann (Meeresbiologe und ehem. Abteilungsleiter eines Großaquariums)
5. Kinder denken anders Aquarien werben damit, dass Kinder etwas über das Verhalten und das
Leben der Haie lernen können. DieTiere verhalten sich jedoch in Gefangenschaft eher lethargisch und sind nur ein Schatten ihrer selbst.
Verhält sich etwa ein Eisbär oder Elefant im Zoo genauso wie in der Natur? Nein – sie leben und verhalten sich unnatürlich.
Kein Kind hat je einen Dinosaurier lebend zu Gesicht bekommen. Trotzdem werden sie weltweit von Millionen von Kindern dank vieler Bildungsangebote und Bücher geliebt; Kinder wissen nahezu alles über sie. Das Argument der Aquarienbranche, Kindern den Schutz der Haie und ihre Lebensart nur durch Aquarien näher bringen zu können, ist schon lange überholt.
Kinder brauchen in heutigen Zeiten mit Angeboten über eine Vielzahl von Medien hin kein Aquarium, um Haie kennen zu lernen und sich für sie zu begeistern. In diversen Filmdokumentationen werden Haie in ihrem natürlichen Habitat vorgestellt – nicht im Kreis schwimmend in einem verglasten Betonbunker.
Diverse Bildungsprogramme durch gemeinnützige Vereine, engagierte Lehrer und informierte Eltern ermöglichen die Bildung der nächsten Generation.
Die nächste Generation ist die letzte, die noch etwas bewirken kann, um unsere Ozeane zu retten. In zehn Jahren ist es bereits zu spät!“ Robert Marc Lehmann
6. Tauchen mit Haien im Aquarium Dieses „Freizeitangebot“ ist mit großer Gefährdung für Mensch wie für
Tier verbunden. Haie verhalten sich im Aquarium völlig anders als in freier Natur. Sie können dem Menschen, egal wie erfahren ein Taucher ist, im Aquarium nicht ausweichen, und reagieren unerwartet ängstlich und gestresst. Weltweit gibt es immer wieder schwere Unfälle mit den Tieren in Gefangenschaft. Kaum auszudenken, welches Presseecho es gibt, wenn ein Mensch in Pfungstadt wider Erwarten von einem Hai gebissen wird!
Unabhängig von der Gefahr für den Menschen können durch Tauchgänge und Interaktionen mit Menschen Keime in die Becken eingebracht werden. Ein geschlossenes Kreislaufsystem-Aquarium ist ein emp ndliches Ökosystem – jede Störung von außen stellt eine Gefahr da.
Und dann will der Betreiber Tauchgänge und Interaktionen mit Haien anbieten?
7. Hohe Investitionskosten bei 550.000 Besuchern Investitionskosten von über 23 Millionen Euro und enorm hohe laufende Kosten sollen mit einer Besucherzahl von 550.000 Besuchern pro Jahr getragen
werden. Ist das wirklich realistisch?
Ozeaneum Stralsund . . . . . . . . 400.000 Besucher pro Jahr Meereszentrum Fehmarn . . . . . 250.000 Besucher pro Jahr SealifeSpeyer . . . . . . . . . . . 213.000BesucherproJahr Aquarium Wilhelmshaven . . . . . 100.000 Besucher pro Jahr
Im Eröffnungsjahr könnte eine Besucherzahl von 550.000 eventuell sogar realistisch sein, als neue Attraktion in der Region. Aber wie viele Familien leisten sich mehrfach den Eintritt von 19,50 Euro pro Person? In den Folgejahren ist eine so hohe Besucherzahl sehr unrealistisch und kann keine sichere Berechnungsgrundlage sein.
Wer trägt bei einer Insolvenz die Kosten, wer kümmert sich um die nicht anders nutzbare Immobilie, wenn nicht der Steuerzahler?
Was geschieht mit den Haien, die nicht einfach umgesiedelt werden können, aber auf deren Rücken dieses Geschäft ausgetragen wird?
8. 550.000 bis 700.000 Euro Gewerbesteuer pro Jahr für die Gemeinde Pfungstadt?
Auf der Pressekonferenz am 19. Juni 2017 stellten die Vertreter der The Seven Seas Aquarium Gmbh & Co. KG der Stadt Pfungstadt zwischen 550.000 und 700.000 Euro Gewerbesteuer pro Jahr in Aussicht. Das entspricht umgerechnet einem jährlichen Reingewinn von 3,95 bis 5,02 Millionen Euro.
Berechnet man die Eintrittsgelder für die vom Betreiber erwarteten 550.000 Besucher mit jeweils 19,50 Euro, ergibt sich ein Bruttoumsatz von 10,73 Millionen Euro, was nach Abzug der Umsatzsteuer rund 9,0 Millionen Euro Umsatz bedeutet.
Somit möchte man augenscheinlich aus dieser Summe (9,0 Mio.) im besten Fall bis zu 56 % Gewinn (5,02 Mio.) generieren – so die Darstellung gegenüber der örtlichen Politik.
Selbst wenn man die System- und Eventgastronomie und die Erlöse aus dem Souvenirshop hinzunimmt, scheinen die Zahlen gewaltig zu hinken, vor allem auf Grund der extrem hohen Investitions-, Betriebs-, Personal-, Abwasser- und Energiekosten, die eine solche Unternehmung verschlingt.
Um es auf den Punkt zu bringen: 56% Gewinn stehen bestenfalls 44 % Betriebs- und Investitionskosten pro Jahr gegenüber. Ist das ein realistisches Zahlenmodell?
9. Verkehrsbelastungen der Umgebung 300 Parkplätze stehen für Besucher auf dem Aquariengelände zur Ver-
fügung. Man rechnet (laut der Angaben der Pressekonferenz vom 19. Juni 2017) mit durchschnittlich 450 Fahrzeugen pro Tag.
Erfahrungsgemäß verteilen sich „durchschnittlich“ erwartete 1.500 Besucher pro Tag nicht gleichmäßig auf alle Tage, Wochen und Monate des Jahres.
Speziell in Ferienzeiten und an Wochenenden ist ein bei weitem höheres Verkehrsaufkommen zu erwarten, das zwangsweise zu Parkplatzmangel auf dem Gelände und zu einer Überlastung der Parkplätze und Straßen in der Umgebung führen wird.
Ist das in Ihrem Sinne?
10. Abwasserbelastungen durch Salzwasser Das geplante Großaquarium soll mit insgesamt 14 Millionen Litern
Salzwasser befüllt werden. Experten halten einen Wasserwechsel von mindestens einem Viertel des Wassers pro Monat für notwendig, egal wie modern und geschlossen eine Anlage ist. Somit wird das Abwasser mit mindestens 3,5 Millionen Litern Salzwasser pro Monat belastet.
Das entspricht bei einem Salzgehalt von 3,5% einer Menge von rund 122 Tonnen Salz pro Monat – 4.000 kg Salz pro Tag! Aber wohin damit? Keine Kläranlage Filtert das Salz aus dem Wasser.
Quelle: https://www.sharkproject.org/shark-city-pfungstadt/
19.Juli.2017
Uhrzeit: 01:24 Uhr


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